Der Stand eines Index ist kein Naturereignis — er ist die Summe aller Erwartungen über künftige Gewinne und darüber, wie viel diese Gewinne heute wert sind. Zwei Kräfte bestimmen das: die Unternehmensgewinne und die Bewertung, die der Markt ihnen zubilligt. Und beide hängen an wenigen großen Hebeln — Zinsen, Inflation, Konjunktur und den Notenbanken.
Jeder Aktienkurs — und damit jeder Index — lässt sich auf zwei Faktoren zurückführen: den Gewinn je Aktie und das Vielfache, das Anleger dafür zahlen (das KGV, Kurs-Gewinn-Verhältnis). Steigt einer der beiden, steigt der Kurs. Fast alle Nachrichten wirken über genau diese zwei Kanäle.
Wächst die Wirtschaft, verdienen Unternehmen mehr — höhere Gewinne heben die Kurse. Quartalszahlen (Earnings Season), Konjunkturdaten und Auftragslage wirken hier. Eine Rezession senkt die erwarteten Gewinne und damit den Index.
Wie viel ein künftiger Gewinn heute wert ist, hängt am Zins. Hohe Zinsen machen sichere Anleihen attraktiver und künftige Gewinne weniger wert — das KGV sinkt. Niedrige Zinsen blähen Bewertungen auf. Hier sitzen die Notenbanken am Hebel.
Vier Kräfte stehen hinter den meisten großen Indexbewegungen. Sie wirken zusammen — und oft zählt nicht der absolute Wert, sondern die Überraschung gegenüber dem, was der Markt bereits erwartet hatte.
Drehen Sie an den vier großen Hebeln und beobachten Sie, wie der modellierte Indexstand reagiert. Das Modell ist vereinfacht — aber die Richtungen stimmen mit der Wirklichkeit überein. Achten Sie besonders auf den Zins.
Drei Gedanken, bevor wir Indizes untereinander in Beziehung setzen.
Jede Indexbewegung lässt sich auf zwei Faktoren zurückführen — die erwarteten Gewinne und das Vielfache, das der Markt dafür zahlt.
Steigende Zinsen drücken Bewertungen, fallende heben sie. Inflation wirkt vor allem über die Zinserwartung. Notenbanken sind die wichtigsten Akteure.
Märkte preisen Erwartungen ein. Bewegung entsteht aus der Abweichung — der Differenz zwischen Datum und erwartetem Wert.